Tuesday, May 27, 2008

la familia y amigos - la retrospectiva

(pic by picture the scene, www.​myspace.​com/​i_​eat_​heartattacks)​

letztes wochenende(16./17.05) fand in dresden das "la familia y amigos"-festival statt. hinter dem festival stand das dresdener label altin village, welches seit zweitausendeins unregelmäßig und seit zweitausendundfünf wieder regelmäßiger platten veröffentlicht. insgesamt 21 releases gab es nun bereits auf altin village mit platten von bands wie bollo, petethepiratesquid, shokei, zookeeper, den vague angels oder auch patterns. längst findet man auf dem label auch keineswegs nur das, was wir in den neunzigern als emo und hardcore gekannt haben, sondern eine bunten blumenstrauß aus postpunk, indie, postrock und schlichtem pop. hinter der ganzen arbeit stecken oliver und marcel sowie ein ganzer trupp von helfern, sowie die unterstützung der bands selbst. enstanden ist das ganze im klassischen DIY-gedankengerüst der neunziger Jahre sowie es in deutschland stattfand, mit den wie sie selbst sagen "vollen Konzerte, Plattenstände, mehrstündigen Autofahrten, vielen Bands aus den Staaten, veganen Kuchen und diesem guten "jeder kennt jeden" Gefühl". um zu zeigen, das all dies nicht dem internet, raubkopien und eintrittspreisfeilschereien zum opfer fiel, lud altin village nun zum "familientreffen" nach dresden.

passend zu diesem gedanke fand der erste abend auch im az conni in der dresdener neustadt statt, welches ebenfalls ein relikt alter zeiten ist. den anfang machten DIARIO aus leipzig, was ungefähr soviel wie instrumentaler post-rock mit mit vereinzelten elektronischen gedöns heißt. referenzen sind dabei bei tortoise, from monument to masses oder auch einer weit düsteren version von seidenmatt/SDMNT zu sehen. die einzige sache, die wirklich an ihnen zu bemängeln war, ist die gewesen, dass sie einfach viel zu lange gespielt haben, was die spielzeit für meine freunde von bollo und radio borroughs, die nach ihnen folgten verkürzte. und da das az conni seit längerem vom in der nähe liegenden best-western-hotel aufgrund von ruhestörung terrorisiert wird müssen die konzerte deshalb um null uhr enden.
BOLLO waren diario nicht ganz verschieden, nur irgendwie mit den effekten reduzierter, doch dafür in den brüchen radikaler. seit neunzehnhundertsechsundneunzig schon agieren bollo in dieser weise und üben sich in der reduktion ihres instrumentalen post-jazz-rocks. zeitweise nun auch mit minimoog- und cello-unterstützung, was zumindest für mich neu war. den abend schloßen als heimlicher headliner des festivals RADIO BORROUGHS aus berlin. ursprünglich aus dem hardcore-screamo-genre kommend, hat sich das quartett nun gewandelt hin zu einem gitarrenpop, der melancholisch-wütend bzw brachial-bedrückend klingt. und alles fühlte sich auch merkwürdigerweise so an, als ob das ein klares heimspiel für sie wäre.

der zweite tag fand in der chemiefabrik statt, ein wenig westlich vom az conni, an der st.pauli-kirche gelegen. perfekt um so ein festival um 15 uhr starten zu lassen, da rundherum nichts war, was sich in irgendeiner art und weise belästigt fühlen könnte. zusammen mit dem veganen döner und chili versprach es somit ein schöner nachmittag zu werden. die chemiefabrik selber ist ein zum teil ziemlich runtergekommenes einstöckiges gebäude, dessen inneres das tageslicht meidet. den auftakt machten TAPES aus freiburg, welche eigentlich nur kids explode mit einem anderen schlagzeuger waren. da dies das erste konzert war, ist das teilweise noch hölzerne ihrer songs durchaus nachzuvollziehen. insgesamt war es doch aber weicher und filigraner, jedoch gleich schnell und energiegeladen wie das kids explode-zeug. wohl doch aber die kleine popspielerei. überraschend spielten als zweites PETETHEPIRATESQUID. bereits auf ihrem releasekonzert ihrer aktuellen platte "don't correct me if i'm wrong" im berliner schokoladen haben sie uns mit hasenkostümen und vertrackten postpunkpop bezaubert und taten dies nun erneut, nur reduziert in der wahl ihrer kostüme. neben diversen neuen zeug kam natürlich auch das material vom album, aber der klassiker "i'm not dancing because i like this band i'm dancing because i am cold" von der split 7'' mit radio borroughs wurde sich zumindest für dieses mal aufgespart. in rein nahrungsketten-technischer hinsicht wäre es ein leichtes die erwähnten hasenkostüme mit der folgenden band, die den falken in ihren namen trägt, zu verbinden, auch wenn ich mich nicht sicher wäre, ob das stimmen würde, doch sollten das unterbunden werden. THE FALCON FIVE. irgendwo wurde gesagt, dass sie, wie explosions in the sky, eine band sind, bei der es reicht sich die platte anzuhören, da die livequalität anscheinend doch nicht dessen ähneln würde. nun muss ich sagen, dass ich sie weniger enttäuschend fand, doch stört das viele gepose schon erheblich. ein gestus, den die darauffolgende band noch viel besser impliziert hatte. sogar so gut, dass ich nicht mal mehr ihren namen weiß, nur das ich dachte, dass wenn das auschließlich screamo und nicht noch gegrunze wäre und die ganzen metalposen auch verschwinden würde, fände ich das echt gut.
mit dieser ominösen band schloß die erste halbzeit und in der pause lag der vortrag von MARTIN BÜSSER zum thema DIY und dessen geschichte. überaus interessant waren die ausführungen über die frühen indielabels der siebziger und die experimentellen phasen der frühen achtziger sowie den hörbeispielen, als auch die diskussion, die anschließend vor allem von mitgliedern der bands kids explode, the falcon five und petethepiratesquid geführt wurden, in dem es um finanzierung der touren durch eintrittspreise und merchandise ging und inwiefern es in das DIY-konzept passt, wenn man als band versucht die entstandenen kosten durch eben solche dinge zu decken oder ob man eher darauf wert legen sollte, dass shirts pc sind oder billig. geschlossen wurde damit, dass sich das hier stattfindende festival sich keinerlei spott und häme aussetzen muss, da es mit einem so wundervollen gedanken geplant wurde und dabei auf jegliche sponsoren verzichten kann und sich auch nicht für die eintrittspreis rechtfertigen muss. KIDS EXPLODE spielten danach und legten den grundstein für ein grandioses finale. die stimmung kochte, was sich wohl vor allem am shirt von schlagzeuger kristof zeigte. PATTERNS aus köln hielten danach das wasser mit sambapostrock und jeder menge percussion, wie ich es jetzt mal nenne, nah am siedepunkt. als die spannung nicht mehr zum aushalten war und SHOKEI endlich spielen sollten, enterten jedoch vier in kostüme gehüllte gestalten die bühne und spielten zum vergnügen aller gute alte alternative-jugendzentrum-hits, wie z.b. "ich habe 23 jahre mit mir verbracht". anschließend ist bei shokei die bombe dann endgültig explodiert. mehr muss ich dazu glaube nicht sagen. anschließend daran wurde abermals gezeigt, dass dresden einfach die bessere stadt hat. tobi vom schubladenkonsortium aus leipzig legte auf und der tanzfläche war voll und fern von jeglicher disko. toll.

das beste geschenk machten sie die jungs von altin village allerdings selber, den mit der veröffentlichung der shokei / the falcon five / kids explode / petethepiratesquid-split 12'' am zweiten tag des festivals gebaren sie summa summarum ihr einundzwanzigstes kind. ich gratuliere. und hier sollte man glückwünsche hinterlassen.

6 comments:

jo. said...

julith krishun, mein lieber.

torocore said...

ach. da war ich grad draußen. erzähl du doch mal was dazu.

oliver said...

wenn man das liest will man am liebsten nochmal zurückspulen. besten dank für diese herrlich zu lesende revue.

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